ein Abschied.

Dieses Thema heute hat gar nichts mit dem, was ich sonst so schreibe zu tun. Nichts mit kreativem Arbeiten oder wie man das Haus schöner macht. Ich habe mich gerade verabschiedet, von zwei Brüdern die kaum unsere Sprache sprechen, die aus einem komplett anderen Leben kamen, aus einer mir total fremden Kultur.

Sie haben bei uns in der Straße gewohnt und der ältere wurde eines Montags von seinem Vater hier an der Tür "abgegeben", ob ich ihm beim Lesen helfen könne (das habe ich mir zusammengereimt, aus dem mir hingehaltenen Zettel). Also habe ich ihn hereingelassen. Warum gerade bei uns geklingelt wurde, ich weiß es nicht. So kam er fast jeden Tag. Wir haben versucht, uns zu unterhalten, bei Google geguckt wo er herkam. Aus Homs in Syrien, wo alles in Schutt und Asche liegt.

Er und seine Eltern, seine 3 Geschwister und die Oma. Sie waren im Libanon, Ägypten, Spanien. Wie lange und wo genau war nicht herauszufinden. Größtenteils zu Fuß aus Griechenland, der Vater mit einem verletzten Bein, durch eine Mauer die auf ihn gestürzt war. 

Wir haben die Familie zu Hause besucht, wo sie zu siebt wohnten, auf ca 50qm. Wir haben Tee getrunken und mein Sohn hat ganz interessiert die Oma betrachtet und immer gesagt „Oma anmalt!“ Die ältere Dame hatte im Gesicht kleine Tätowierungen, wie sie früher bei einigen Berberstämmen üblich waren. Ausserdem sagte er „Coole Mütze!“ zu ihrem Kopftuch. Das fand ich einen super Kommentar.

Sie haben uns besucht, wir haben miteinander gelacht, zusammen gegessen. Wir haben ein paar unserer jeweiligen Eigenarten kennengelernt und doch habe ich mir manchmal gewünscht, man hätte einfach so miteinander sprechen können. Manchmal habe ich Formulare ausgefüllt, das Familienbuch für irgendein Amt kopiert. An solchen Tagen habe ich darüber nachgedacht, was für ein großes Vertrauen diese Menschen uns entgegen bringen. Sie klingeln hier einfach, sie kennen mich nicht und vertrauen darauf, dass ich das schon richtig mache.

Es war oft anstrengend und ab und zu war es uns auch zu viel, aber wenn das an manchen Tagen niemand der Familie kam, fehlte mir etwas. Oft war mein Tag schöner, weil sie da waren. Ich habe einen kleinen Einblick in ihre Welt bekommen und ich hoffe, sie haben durch die Zeit bei uns gesehen, das wir Dinge anders machen und es trotzdem auch gut ist.

 

Die Herausforderungen für Deutschland sind noch lange nicht bewältigt, aber ich sehe auch eine Chance in diesen Menschen. Wir müssen uns nur auch auf sie einlassen, wie sollen sie sich integrieren, wenn ihnen niemand eine Wohnung vermietet? 

 

Sie ziehen nun nach Gelsenkirchen, sie haben leider hier in der Nähe keine Wohnung bekommen, die Makler haben sich nie zurückgemeldet, wenn ich gesagt habe, es ginge um eine Familie aus Syrien. So werden die Kinder wieder aus ihrem vertrauten Umfeld herausgerissen. „Ich muss immer meine Freunde verlassen.“ hat der 10-jährige gesagt. Ich hoffe sehr, dass sie in unserem Land eine Chance bekommen und sich etwas mehr zuhause fühlen, wenn man im arabischen Laden um die Ecke ihre Sprache spricht. Die liebsten Wörter hier waren „Tüdelbüdel“ und „Kaffeklatsch“ mal sehen wie weit sie damit in Gelsenkirchen kommen... Es war eine Bereicherung, sie kennen gelernt zu haben und ich werde sie vermissen.



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